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Auf den folgenden Seiten finden Sie jeweils eine Begriffserklärung und Definition zu den Themen Bildbearbeitung, Druckvorbereitung, Reproduktion, digitale Druckverfahren, Farben, Werbung sowie Datei- und Datenhandling.
 
Begriff und Definition: Digitales Vergessen
 
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Digitales Vergessen


Inhaltsverzeichnis

1 Digitales Vergessen

2 Begrenzte physische Haltbarkeit

3 Veraltete Datenformate

4 Veraltete Trägerformate

5 Abhilfe

6 Weblinks


Digitales Vergessen

Daten, die auf digitalen Datenträgern gespeichert sind, unterliegen dem "digitalen Vergessen". Das digitale Vergessen bezeichnet die Tatsache, dass derart gespeicherte Daten in relativ kurzer Zeit nicht mehr lesbar sind. Die Ursachen für diesen Informationsverlust sind:

begrenzte physische Haltbarkeit der Datenträger

Alterung der Datenformate

Alterung der Trägerformate

Begrenzte physische Haltbarkeit

Datenträger verlieren ihre Informationen durch Umwelteinflüsse (z. B. durch Magnetfelder in der der Nähe von Disketten oder Magnetbändern) oder sie werden durch chemische oder physikalische Einwirkungen so stark verändert, dass sie keine Informationen mehr speichern können oder nicht mehr auslesbar sind (z. B. UV-Strahlung auf CD-ROMs). Daneben wirken sich die auch bei idealer Lagerung stattfindenden Alterungsprozesse auf den digitalen Datenträgern im Vergleich zu nichtdigitalen Trägern sehr schnell aus. Die folgende Tabelle soll dies verdeutlichen.

Lebensdauern einiger Datenträger Medium Erwartete Lebensdauer laut Hersteller

In Klammern die tatsächlich nutzbare Zeit


Steintafeln und Steinmalereien mehrere tausend Jahre

Bücher aus säurefreien Papier und Tinte mehrere hundert Jahre

Filme auf Zelluloid mehrere hundert Jahre

Herkömmliche Bücher (100-200 Jahre)

CD-ROM / DVD 25 - 100 Jahre (zum Teil weniger als 5 Jahre!)

Zeitungspapier 10 - 20 Jahre

Disketten (5 - 10 Jahre)

QIC80 Magnetbänder (1 - 3 Jahre)



Veraltete Datenformate

Da die Informationen nicht unmittelbar zugänglich vorliegen, sondern binär codiert sind, ist nur möglich die Informationen zu lesen, wenn ein Programm und ein Betriebssystem vorliegt, das den Code einer Datei "versteht". Da viele Betriebssysteme und Programme ein eigenes Verfahren einsetzen, um die Daten zu codieren, ist eine Lesbarkeit von Daten nicht mehr gegeben, wenn ein Betriebssystem oder ein Programm nicht weiterentwickelt wird. Verschärft wird dieses Problem durch die Politik vieler Softwarehersteller, neue Programmversionen zu veröffentlichen, die veränderte Datenformate nutzen und ältere Datenformate des gleichen Programms nicht vollständig nutzen können.

Veraltete Trägerformate

Ähnlich wie bei den Datenformaten ist die Situation bei den Trägerformaten. Eine Datei, die vollkommen unbeschadet und in einem noch lesbaren Dateiformat vorliegt, kann von fast allen Computerbenutzern nicht mehr gelesen werden, wenn sie auf einer 5,25"-Diskette liegt. Waren Laufwerke, die dieses Format lesen konnten bis weit in die 1990er Jahre üblich, so sind heute kaum noch welche zu finden. Auf diese Weise gehen Informationen verloren, die im Prinzip noch vollkommen intakt sind.

Abhilfe

Dem Informationsverlust durch vergessene Datenformate kann man relativ leicht begegnen. Durch den Einsatz von offenen Standards wie z. B. HTML oder XML, die relativ langlebig sind und deren Aufbau öffentlich bekannt ist, sind die Zyklen, nach denen eine Information umformatiert werden muss länger und die Wahrscheinlichkeit, dass es in einigen Jahren noch Systeme und Programme gibt, die die Daten lesen können, ist deutlich höher.

Um den Verlust von Daten durch die Alterung von Datenträgern zu verhindern, müssen die Daten regelmäßig aus neue Datenträger kopiert werden. Dadurch kann auch auf ein neues Trägerformat gewechselt werden, wenn das bisher genutzte durch die technische Weiterentwicklung obsolet geworden ist.

Die hohen Kosten, die durch diese Pflege der Datenbestände entstehen, haben allerdings zur Folge, dass nur die wichtigsten Daten derart konserviert werden können. Die Informationsflut, die nicht zuletzt durch die neuen digitalen Datenverarbeitungssysteme entsteht, verschärft das Problem zusätzlich. Der Anteil der langfristig gespeicherten Daten wird notwendigerweise relativ gering sein, was an die Auswahl der gesicherten Informationen eine hohe Anforderungen stellt. Dies betrifft nicht nur die Daten im staatlichen und kommerziellen Bereich, sondern auch im Privatbereich werden herkömmliche, oftmals langfristig lagerfähige Medien durch leichter handhabbare digitale Medien ersetzt (Photographien und Negative durch digitale Bilde auf einer CD-ROM).


Weblinks

Florian Rötzer: Wider das digitale Vergessen

NDR Prisma Dokumentation Hilfe, wir verschwinden - Das digitale Desaster

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Digitales Vergessen auf der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der letzten Version und der Autoren ist auf der Seite verfügbar, die jeweilige Definition bzw. Begriffserklärung kann dort von Ihnen bearbeitet werden.
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