E-Mail
E-Mail (Electronic Mail) ist ein Dienst in Computernetzen (vor allem im Internet), der es erlaubt, elektronische Nachrichten zwischen einem Sender und Empfängern auszutauschen („E-Post"). E-Mail ist neben dem WWW der derzeit am häufigsten genutzte Dienst des Internets. Zugleich bezeichnet E-Mail die Nachrichten, die man sich in diesem Dienst versenden kann („E-Brief").
Neben dem Internet ist auch in nahezu allen anderen Computer-Netzen (z. B. ax.25, Novell, Windows, BTX) der E-Mail-Versand nach eigenen Verfahren vorgesehen, seit den 1990er-Jahren aber praktisch bedeutungslos. Lediglich X.400, ein offener, weltweiter Standard, der vor dem Internet definiert wurde, wird heute noch ernsthaft benutzt.
Für E-Mail gibt es nur eine Schreibweise, analog zu E-Gitarre oder H-Milch. Email, EMail oder eMail sind daher falsch.
Inhaltsverzeichnis
1 Format und Aufbau der Adressen
2 Verwendete Protokolle
3 Funktionsweise und Nutzung
3.1 E-Mail-Programme
3.2 Webmail
4 Schwächen
5 Weblinks
Format und Aufbau der Adressen
Das Format der Internet-E-Mails wird im RFC 2822 festgelegt und hat folgende Syntax:
benutzer@domain
wobei benutzer für eine eindeutige Zeichenkette steht. Diese Zeichenkette darf z.Zt. (Stand 02.2004) keine Umlaute und - mit Ausnahme von Punkt, Binde- und Unterstrich - keine Sonderzeichen enthalten. Für domain gelten die Syntaxregeln des Domain Name Service.
domain bezeichnet die DNS-Domain, in der sich der benutzer befindet. Der Domainname wird dabei durch eine Anfrage an einen Domain Name Server (DNS) aufgelöst und die IP-Adresse des eigentlichen Mailservers durch einen Eintrag "MX" bestimmt.
Benutzer- und Domain werden durch das Zeichen @ (Aussprache engl. "at" oder umgangssprachlich "Klammeraffe", "Affenohr" oder "Affenschwanz") getrennt.
Wichtige Benutzernamen für E-Mailadressen sind die sog. Role-Accounts. Diese sind z.B.:
abuse für Missbrauchsmeldungen
webmaster um Betreiber einer Webseite zu kontaktieren
postmaster für Probleme betreffend den Mailempfang bzw. -versand
hostmaster bei Zugriffsproblemen oder Probleme bei der Anbindung an das Internet
newsmaster für den Betreuer eines Newsservers
usw.
Meist werden Klartext-Nachrichten verschickt. Dabei werden oft Abkürzungen oder Smileys verwendet. Zudem können E-Mails auch mit anderen elektronischen Inhalten wie Bildern, binären Dokumenten oder aufgenommener Sprache als so genannte Dateianhänge verschickt werden.
Der Betreff ist für den Empfänger besonders in Anbetracht der steigenden Anzahl unerwünschter Werbung (Spam) eine wichtige Kurzinformation und sollte daher nie fehlen. Das Betr.: bzw. Conc: stellt eine Beziehung des Senders und/ oder des Empfängers zu einer Sache, erforderlichen Aktion oder zu einem Ereignis her.
Verwendete Protokolle
SMTP ist zum Mailversand und -Transport.
POP3 ist zum Abruf von Mails von einem Mailserver.
IMAP dient dazu, auf Mailboxen zuzugreifen, die auf Mailservern liegen.
UUCP ist ein Protokoll, mit dem E-Mails gesammelt werden und beim nächsten Verbindungsaufbau verschickt werden.
MIME kodiert E-Mails und legt ihre Struktur fest.
Funktionsweise und Nutzung
E-Mail-Programme
Zur Nutzung von E-Mail braucht man ein E-Mail-Programm, auch E-Mail-Client oder Mail-User-Agent (MUA) genannt. Dieses holt die E-Mails (meist mittels der Protokolle POP3 oder IMAP) vom E-Mail-Server des Providers ab, der sie in einer Mailbox auf dem Server gespeichert hat. Zum Versand einer E-Mail schickt das E-Mail-Programm des Benutzers diese üblicherweise per SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) an den E-Mail-Server des Providers (Smarthost), der diese dann an den E-Mail-Server des Empfängers weiterschickt. Dort kann sie dann der Empfänger wiederum per POP3 oder IMAP mit seinem E-Mail-Programm abholen. Tauchen beim E-Mail-Versand Probleme auf, z.B. fehlerhafte E-Mail-Adresse oder volle Mailbox des Nutzers so wird die versendete E-Mail "gebounced" (zurückgeschickt), wobei als Absender der so genannte Mailerdaemon auftritt. Ein E-Mail-Programm braucht zur Konfiguration üblicherweise Angaben über das Benutzerkonto (englisch account) des Benutzers (Benutzername und Passwort), außerdem die Netzadresse des Servers zum E-Mail-Empfang (z. B. "pop.providername.de") und zum Versenden (z. B. smtp.providername.de).
Webmail
Als alternatives Verfahren zur Verwendung eines E-Mail-Programms hat sich auch die Nutzung von Webmail etabliert. Webmail ermöglicht die Verwaltung von E-Mails mithilfe eines Webbrowsers.
Schwächen
Das herkömmliche E-Mail-System besitzt mehrere Schwächen. Die meisten Nachrichten werden im Klartext verschickt, können also prinzipiell auf jedem Rechner, den die Nachricht auf ihrem Weg vom Absender zum Empfänger passiert, gelesen werden. In der Analogie zur klassischen Post repräsentiert die E-Mail die Postkarte, nicht den durch einen Umschlag vor neugierigen Blicken geschützten Brief. Des Weiteren kann E-Mail i. d. R. mit jedem beliebigen Absender verschickt werden, was oft für unerwünschte Werbung (Spam) benutzt wird. Für beide Probleme (Absenderauthentifizierung und Verschlüsselung) existieren die Verfahren PGP und das freie GnuPG sowie S/MIME, die jedoch noch nicht besonders weit verbreitet sind.
Weblinks
RFC 2142 (Mailbox Names for Common Services, Roles and Functions)
RFC 2822 (Internet Message Format)
RFC Ignorant (englisch)
Siehe auch: MIME, MAPI, vCard, Netiquette, TOFU, Geekcode
Große E-Mails beim Versand teilen mit Outlook/Outlook Express
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